Bikepacking Plan: Ötztal – Fürth in 26 Stunden.

335 Km. 2.990 Hm. So zumindest der Plan. Ich möchte mal sehen, wie weit ich komme. Ausgesucht habe ich meine Strecke über naviki.de – meine aktuelle Fahrrad-Navigation. Begonnen habe ich mit 370 Km, jetzt habe ich an der Route noch etwas gebastelt und bin endlich fertig:

Die geplante Strecke

Fertig bepacktes Fahrrad für die große Tour

Und das ist das Fahrrad, mit dem ich die Tour fahre: mein umgebautes Trek 920 Disc 2018. Abgespeckt auf 28 Zoll, 23-622er-Reifen und einem Gesamtgewicht mit Wasser und Gepäck von 18,6 Kg. Sieht erstmal komisch aus, fährt sich aber hervorragend!

Kraftfuttermischung

Am Wochenende habe ich meine Kraftfuttermischung zubereitet

  • 1 Tüte Nussmischung
  • 1 Tüte Datteln
  • ein paar Esslöffel Hafer
  • Zimt und Kakao

Alle Zutaten in den Mixer (in meinem Falle eine Braun KM3 aus dem Jahre 1957) gegeben und zu einer klebrigen Masse zerkleinert. Dann kleine Kugeln geformt und diese am Ende in fein gemahlenem Hafer gerollt, damit sie nicht aneinander kleben. Rechnerisch hat jede Kugel 100 kcal. Sie schmeckt super lecker und ist nicht zu süß! Auch wenn sie so aussehen, als hätte mir ein Mistkäfer beim Formen geholfen…

Soviel vorweg: ich habe es bis Treuchtlingen geschafft. Am Schluss hatte ich Probleme mit den Augen. Ich denke Übermüdung. Nach 36 Stunden Wachsein kann das schonmal sein.

Ötztal – Landsberg am Lech

Nachts durch die Berge ist ein irres Gefühl. Wenn es dunkel wird, die Wege schmäler und gröber. Immer weniger Menschen, Autos, Lärm. Und plötzlich hört man die Tiere wieder, die Luft wird kühler. Ich habe neben den üblichen Kühen und Pferden ein Reh gesehen, einen Esel auf der Weide, einen Wolf, zwei junge Füchse und viele kleine Tiere.

In Reutte war es etwas schräg: die Sonnwendfeuer mit christlichen und anderen Symbolen und Bildern in den Bergen wirken einwenig befremdlich, wenn man davor Gast in der nächtlichen Tierwelt sein durfte.

Als ich in Füssen ankam, war ich recht froh, die Berge hinter mir gelassen zu haben. Da waren die letzten Kneipengänger noch unterwegs und haben mich mit reichlich Pegel angefeuert.

Am angenehmsten war es dann nach 2 Uhr: ich konnte die komplette Spurbreite der Landstraßen für mich nutzen. Fantastisch. Und jedes Dorf, durch das ich gekommen bin, schlief.

4:51 Uhr. Landsberg am Lech. Der erste Hunger. Die ersten Sonnenstrahlen. Ging rasch vorüber, die Nacht. Und dann schmeckt sogar der Cappuccino in einer Esso-Tankstelle mit zwei Schoko-Crossaints.

Relive ‚Ötztal – Landsberg am Lech‘

Landsberg am Lech – Treuchtlingen

Nach dem Frühstück fuhr ich weiter nach Augsburg. Es ging zügig voran und wurde schnell immer wärmer. Bis an die Donau ging es dann ja auch nur noch bergab. Dann wurde es schwer.

Temperaturen über 30°C, ständig Feldwege rauf und wieder runter. Grober Schotter, kein Schatten. Es war aber keine unangenehme Strecke, sie hat einfach gefordert.

Ca. 15 Kilometer vor Treuchtlingen habe ich dann ein kühles alkoholfreies Bier genossen und meine Wasserflaschen aufgefüllt. Frisch gestärkt ging es dann an die letzten 70 Kilometer. Das ging aber nicht lange gut: die Augen machten Probleme. Immer wieder habe ich Sachen doppelt gesehen oder sie verschwanden „plötzlich“. Das ist im Straßenverkehr jetzt nicht die ideale Teilnahmevoraussetzung. Deshalb habe ich mich entschlossen, in Treuchtlingen in die Bahn zu steigen. Die Entscheidung war vernünftig, ich bin nämlich sofort im klimatisierten Zug eingeschlafen.

Fazit

Ich würde es sofort wieder tun. Was würde ich anders machen? Abfahrt um 18 Uhr. Mehr Bilder.

Statistik

Wer sich für Statistik interessiert, hier ein paar Daten:

257 Kilometer, 2.299 Hm, 13:27 Stunden auf dem Sattel, 14 Liter Wasser, zwei Platten, fünf Dosen Red Bull und unendlich glücklich dabei.

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